digital publishing report veröffentlicht: „Digitale Doppelgänger“
digital publishing report veröffentlicht: „Digitale Doppelgänger“
Der digital publishing report hat den Beitrag „Digitale Doppelgänger“ von Gabriele Horcher im Channel „Organisation und Transformation“ veröffentlicht. Hier finden Sie die Zusammenfassung:
Digitale Doppelgänger von Führungskräften entwickeln sich zunehmend von einer technologischen Spielerei zu einem produktiven Werkzeug für Unternehmen. Während internationale CEOs wie Mark Zuckerberg, Sebastian Siemiatkowski oder Dara Khosrowshahi bereits KI-basierte Versionen ihrer selbst einsetzen, geht das Konzept des sogenannten Co-Brains noch deutlich weiter. Statt lediglich einen zusätzlichen Kommunikationskanal bereitzustellen, wird das Wissen einer Führungskraft in eine intelligente Wissensbasis überführt, auf die sowohl Menschen als auch KI-Agenten zugreifen können.
Ein Co-Brain ist die digitale, KI-gestützte Version einer realen Person. Es kann Mitarbeitenden rollenabhängig Fragen beantworten, Empfehlungen geben, Erfahrungen vermitteln und Wissen skalierbar verfügbar machen. Im Gegensatz zu einer realen Führungskraft kann ein Co-Brain gleichzeitig tausende Anfragen bearbeiten, rund um die Uhr arbeiten und Informationen in beliebigen Sprachen bereitstellen. Wird das System mit Vorträgen, Interviews, Artikeln oder anderen persönlichen Inhalten trainiert, übernimmt es zudem den Kommunikationsstil und die Denklogik seines Vorbilds.
Besonders interessant wird das Konzept durch die Verbindung mit Agentic AI. KI-Agenten können auf die Wissensbasis eines Co-Brains zugreifen und dadurch Aufgaben im Sinne der jeweiligen Führungskraft erledigen. Sie analysieren Daten, entwickeln Maßnahmen, erstellen Texte oder bereiten Entscheidungen vor. Das Wissen der Person wird damit erstmals systematisch skalierbar.
Der Beitrag unterscheidet drei Ausprägungen. Das Personal Co-Brain unterstützt ausschließlich eine einzelne Person als persönlicher kognitiver Verstärker. Ein allgemeines Co-Brain dient Mitarbeitenden als intelligenter Ansprechpartner für Wissen, Prozesse und operative Fragen. Das Corporate Brain erweitert diesen Ansatz auf die gesamte Organisation und bündelt das Fachwissen, die Erfahrungen und Entscheidungslogiken aller relevanten Mitarbeitenden in einer zentralen Wissensbasis.
Für das Training eines Co-Brains reichen klassische Dokumente allein nicht aus. Ein Großteil des Wissens von Führungskräften liegt als implizites Erfahrungswissen vor und findet sich weder in Handbüchern noch in Präsentationen. Deshalb werden zusätzlich Kommunikationsdaten, Gesprächsverläufe, Meetings und wissenschaftlich fundierte KI-Interviews genutzt. So können auch Erfahrungswerte, Entscheidungslogiken und Soft Skills in das System integriert werden.
Je nach Ausbaustufe kann ein Co-Brain als textbasierter Chat, als sprachfähiges System mit geklonter Stimme oder als fotorealistischer Avatar genutzt werden. Dadurch entstehen völlig neue Formen der Interaktion, die weit über klassische Wissensdatenbanken hinausgehen.
Ein zentraler Aspekt ist die Datensouveränität. Der Beitrag warnt vor der Nutzung US-amerikanischer KI-Plattformen für sensible Unternehmensdaten. Lösungen wie die von Aiconiq.io setzen stattdessen auf europäische Infrastruktur, DSGVO-Konformität, rollenbasierte Zugriffsrechte und auf Wunsch sogar vollständig unternehmensinternes Hosting. Dadurch behalten Unternehmen jederzeit die Kontrolle über ihre Wissensbasis.
Im Gespräch mit Prof. Dr. Peter Gentsch wird deutlich, dass Co-Brains und Corporate Brains als zentrale Infrastruktur für Agentic AI verstanden werden. Erst wenn KI-Agenten auf unternehmensspezifisches Organisations-, Prozess- und Erfahrungswissen zugreifen können, entsteht echter geschäftlicher Nutzen. Ein Co-Brain kann die Vorbereitungszeit für strategische Entscheidungen um 30 bis 60 Prozent reduzieren und hunderte Stunden Führungszeit pro Jahr einsparen. Gleichzeitig werden Entscheidungslogiken konsistent dokumentiert und organisationsweit verfügbar gemacht.
Das Fazit des Beitrags: Der eigentliche Mehrwert digitaler Doppelgänger entsteht nicht durch die Möglichkeit, mit einer KI-Version einer Führungskraft zu chatten. Produktivität entsteht erst dann, wenn Agentic AI auf ein Co-Brain oder Corporate Brain zugreifen kann und dadurch Wissen, Erfahrungen und Entscheidungslogiken einer Person oder einer Organisation für die tägliche Arbeit nutzbar macht.
Der komplette Beitrag ist unter dem Link abrufbar.