Wissensmanagement Magazin veröffentlicht: „Wie aus Erfahrungswissen ein Corporate Brain entsteht“

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Wissensmanagement Magazin veröffentlicht: „Wie aus Erfahrungswissen ein Corporate Brain entsteht“

Das Fachmagazin wissensmanagement hat den Beitrag „Wie aus Erfahrungswissen ein Corporate Brain entsteht“ von Gabriele Horcher in der Rubrik „Titelthema | Wissen sichern, wenn Erfahrung geht“ veröffentlicht. Hier finden Sie die Zusammenfassung:

Bis zum Jahr 2036 werden in Deutschland laut Statistischem Bundesamt rund 19,5 Millionen Menschen der Babyboomer-Generation in den Ruhestand gehen. Mit ihnen droht nicht nur ein erheblicher Verlust an Fachkräften, sondern vor allem ein Verlust von wertvollem Erfahrungswissen. Viele Unternehmen stehen deshalb vor der Herausforderung, das Wissen langjähriger Mitarbeitender dauerhaft zu sichern und für nachfolgende Generationen nutzbar zu machen. Genau hier setzt das Konzept des Corporate Brains an.

Die Autorin beschreibt, wie sich die klassische Idee des Wissensmanagements durch moderne KI-Technologien grundlegend verändert. Während Wissensmanagement seit Jahrzehnten versucht, Wissen systematisch zu dokumentieren und verfügbar zu machen, eröffnet Agentic AI erstmals die Möglichkeit, dieses Wissen aktiv für intelligente Assistenz- und Automatisierungsprozesse einzusetzen.

Im Mittelpunkt steht dabei das Corporate Brain – eine unternehmensindividuelle Wissensbasis, die explizites und implizites Wissen zusammenführt. Technisch basiert sie auf Graph- und Vektordatenbanken, die Zusammenhänge, Beziehungen und Kontextinformationen zwischen Daten erfassen. Dadurch entsteht eine zentrale Wissensschicht oberhalb einzelner ERP-, CRM- oder Fachanwendungen. Selbst wenn Software-Systeme später ausgetauscht werden, bleibt das Unternehmenswissen erhalten.

Eine besondere Rolle spielen KI-gestützte Interviews mit erfahrenen Mitarbeitenden. Mithilfe spezialisierter KI-Interview-Agenten wird implizites Erfahrungswissen strukturiert erfasst und in konkrete Entscheidungsregeln, Handlungsmuster und Ausnahmen übersetzt. Da Erfahrungswissen häufig subjektiv geprägt ist, werden die Ergebnisse anschließend durch mehrstufige Validierungsverfahren überprüft. Dazu gehören Expertenvergleiche, Plausibilitätsprüfungen, der Abgleich mit Prozessdaten sowie menschliche Freigaben. Ziel ist der Aufbau eines konsistenten „Golden Record“ des Unternehmenswissens.

Der Beitrag beleuchtet außerdem die strategische Bedeutung von Datensouveränität. Während viele Unternehmen auf US-amerikanische KI-Plattformen und Custom-GPT-Lösungen setzen, entstehen dabei Fragen hinsichtlich Datenschutz, Vertraulichkeit und Kontrolle über sensible Unternehmensdaten. Vor diesem Hintergrund gewinnen europäische und DSGVO-konforme Ansätze zunehmend an Bedeutung. Technologien wie das Corporate Brain ermöglichen Unternehmen, ihre Wissensbasis selbst zu kontrollieren und bei Bedarf vollständig im eigenen Unternehmen zu betreiben.

Erst auf Basis eines solchen Corporate Brains kann Agentic AI ihr volles Potenzial entfalten. KI-Agenten greifen dabei nicht mehr auf allgemeines Internetwissen zurück, sondern auf das spezifische Wissen ihres Unternehmens. Dadurch entstehen intelligente Assistenzsysteme für Vertrieb, Service, Support und Operations, die Entscheidungen fundierter vorbereiten, Prozesse automatisieren und Mitarbeitende entlasten.

Das Corporate Brain wird damit zu einer zentralen Infrastruktur für die Zukunft der Wissensarbeit. Es hilft Unternehmen nicht nur dabei, Produktivität und Effizienz zu steigern, sondern schützt gleichzeitig vor dem Verlust wertvollen Erfahrungswissens, wenn erfahrene Mitarbeitende das Unternehmen verlassen.

Der komplette Beitrag ist kostenpflichtig unter dem Link abrufbar.